Die größten Denkfehler beim Mieten


Wir werden immer wieder gefragt, wie man sich als Mieter richtig verhalten soll.

Viele Menschen sind verunsichert, da sich manche Mietirrtümer hartnäckig halten und weiterverbreitet werden. Immer wieder ändern sich die Gesetze und die Rechtsprechung, so dass es für einen juristischen Laien oft schwer ist herauszufinden, was gerade richtig und was falsch ist. Wir sagen Ihnen wo es lang geht!

Lärmbelästigung durch Nachbarn

Übermäßiger Lärm aus der Nachbarwohnung muss nicht hingenommen werden. Besonders nicht zu den allgemeinen Ruhezeiten. Nach 22 Uhr muss grundsätzlich Zimmerlautstärke eingehalten werden.

Wird der Mieter durch Lärm aus der Nachbarwohnung gestört, hat er Ansprüche direkt gegen den lärmenden Nachbarn. Er kann sich aber auch an seinen Vermieter wenden.

Besichtigungsrecht des Vermieters

Bei Gefahr im Verzug hat der Vermieter immer das Recht die Wohnung zu betreten. Gefahr im Verzug kann z. B. bei einem Wasserschaden, eingefrorene Rohre oder Brand bestehen. Bei Gefahr im Verzug dürfte aber auch jeder andere in die Wohnung, ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen.

Ansonsten darf der Vermieter sein Besichtigungsrecht etwa alle zwei Jahre ausüben aber auch nur, wenn es im Mietvertrag festgelegt wurde.

Untervermietung

Der Mieter darf den Gebrauch der Mietsache einem Dritten nicht ohne Erlaubnis des Vermieters überlassen. Ein Dritter ist auch der Lebensgefährte des Mieters.

Prinzipiell können Ehepartner, Partner und Familienmitglieder aufgenommen werden. Trotzdem muss der Vermieter gefragt werden. Diese Zustimmung kann der Vermieter aber verweigern, wenn die Wohnung zu klein für eine weitere Person ist. Außerdem kann der Vermieter mit Zustimmung auch eine Mieterhöhung verlangen.

Was bedeutet besenreine Übergabe

Die Wohnung muss leer geräumt sein. Sie muss durchgekehrt werden und starke Verschmutzungen müssen entfernt werden, auch Spinnenweben müssen beseitigt werden. Das gilt auch für alle Nebenräume und den Keller. Wurde eine Einbauküche mitgemietet muss sie inklusive Herd und Kühlschrank ebenfalls gereinigt werden.

Klebereste an Fenstern müssen entfernt werden, sie müssen aber nicht geputzt werden. Vorhandene Dübellöcher und Unkraut auf Balkon oder Terrasse müssen bei Auszug nicht beseitigt werden. Ablagerungen durch Tabakrauch müssen in der Regel nur dann beseitigt werden, wenn das Rauchen in der Mietwohnung untersagt war.

Abnutzung durch gewöhnlichen Gebrauch

Bei 10 Jahre und älteren Badewannen sind Emailleabsplitterungen eine normale Abnutzungserscheinung und der Vermieter kann dafür keinen Schadensersatz verlangen.

Ein Teppichboden gilt ebenfalls nach 10 bis 15 Jahren als verschlissen. Wird Parkett durch Pfennigabsätze von Schuhen beschädigt, muss der Mieter Schadensersatz leisten, so auch bei Brandlöchern oder anderen Beschädigungen.

Die Anbringung von Dübeln mit Löchern in Wänden und Decken ist normalerweise vertragsgemäß, soweit das übliche Maß nicht überschritten wird. Sollen Fliesen oder Kacheln durchgebohrt werden, muss der Vermieter befragt werden, ob es Ersatzfliesen gibt und wenn nicht, ob eine andere Anbringung möglich ist.

Stellt der Mieter Feuchtigkeit und Schimmel in der Wohnung fest, muss er den Vermieter unverzüglich darüber informieren. Er muss aber selbst für die Beseitigungskosten aufkommen, wenn die Schäden durch falsches Lüftungsverhalten oder falsche Beheizung entstanden sind.

Der Mieter haftet für Frostschäden, so muss er Vorkehrungen treffen, dass Wasserleitungen und Heizungsrohre nicht einfrieren oder platzen können. Für Wasserschäden haftet der Mieter, soweit der Schaden in seinem Verantwortungsbereich liegt.

Für durch Tiere bedingte grobe Abnutzung der Wohnung hat der Mieter aufzukommen, wenn die Schäden über die vertragsgemäße Abnutzung der Wohnung hinausgehen, wie z.B. bei Biss- und Kratzspuren an Türen und anderen Einrichtungsgegenständen.

Umzugsschäden im Treppenhaus oder in der Wohnung muss der Mieter ersetzen.

Drei Nachmieter und ich bin raus

Vermieter müssen Nachmieter nur ausnahmsweise akzeptieren, die Mieter ihnen vorschlagen, wenn es im Mietvertrag keine echte Nachmieterklausel gibt. Eine Nachmieterklausel besagt, dass Mieter Nachmieter vorschlagen dürfen, wenn sie vorzeitig aus dem Mietvertrag entlassen werden wollen. Dann muss die vertragliche Kündigungsfrist nicht eingehalten werden

Ist der Mieter aus der Wohnung ausgezogen, obwohl die Kündigungsfrist noch nicht abgelaufen ist, muss er die Miete so lange weiterzahlen, bis die Kündigungsfrist zu Ende ist.

Rückzahlung der Mietkaution

Eine Mietkaution ist eine Sicherheitsleistung des Mieters zur Absicherung der Ansprüche des Vermieters aus dem Mietverhältnis. Die Nichtzahlung der Mietkaution berechtigt den Vermieter zur fristlosen Kündigung.

Steht bei Mietende die Nebenkostenabrechnung noch aus, kann der Vermieter einen angemessenen Betrag einbehalten, wenn zu erwarten ist, dass der Mieter etwas nachzahlen muss. Den Restbetrag muss der Vermieter sofort auszahlen, wenn keine weiteren Forderungen bestehen. Um zu prüfen, ob Ansprüche gegen den Mieter bestehen, steht dem Vermieter je nach den Umständen eine Frist bis 6 Monate oder länger zu.

Auch darf die Kaution nicht mit den Mieten der letzten Monate verrechnet werden um die Kaution abzuwohnen, da dem Vermieter die Miete bis zum Ende der Mietzeit zusteht und erst danach die Kaution abgerechnet wird.