Was sollten Sie wissen, wenn Sie mieten möchten


Eine gute Vorbereitung erhöht Ihre Chancen die Traumwohnung zu finden.

Das Angebot ist recht überschaubar und die Nachfrage sehr groß. So stehen heute die Mietinteressenten einer großen Gruppe von Mitbewerbern gegenüber, wenn es um den Zuschlag für eine Mietwohnung geht. Je besser Sie vorbereitet sind, umso größer ist die Chance, dass Ihre Suche von Erfolg gekrönt wird.

Welche Lagekriterien können wichtig sein?

Sind Sie mobil und besitzen Sie ein Auto ober benötigen Sie einen Anschluss an den öffentlichen Bus- und Bahnverkehr?

Haben Sie Kinder? Benötigen Sie einen Kindergarten oder die Grundschule in erreichbarer Nähe? Benötigen Sie Sportvereine oder andere Betreuungseinrichtungen?

Brauchen Sie einen Bäcker um die Ecke und reicht ein kleiner Einkaufsmarkt am Ort oder wollen Sie Ihre Einkäufe überwiegend zu Fuß erledigen und brauchen eine gute Rundum-Versorgung?

Sollen Ärzte, Gesundheitseinrichtungen und Apotheken vorhanden sein? Benötigen Sie ein barrierefreies Umfeld?

Ist Ihnen Ruhe besonders wichtig oder stört Sie Verkehrslärm kaum?

Wollen Sie einen Balkon mit schöner Aussicht ins Grüne oder wollen Sie am Puls der Zeit wohnen?

Sind Sie bereit für eine sonnige Wohnung ein paar Treppen in Kauf zu nehmen oder muss ein Aufzug vorhanden sein?

Unsere Empfehlung: Machen Sie sich bei einem Erkundungsspaziergang einen umfassenden Eindruck von der Lage und achten Sie auf Park-, Einkaufs- und Erholungsmöglichkeiten sowie Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel und die Nähe zum Arbeitsplatz.

Welche Wohnungsarten gibt es?

Eine Maisonette-Wohnung reicht über mehrere Etagen, die mit einer innenliegenden Treppe verbunden sind.

Eine Souterrain-Wohnung liegt teilweise unter dem Eingangsniveau und hat oft weniger Tageslicht.

Eine Penthouse-Wohnung liegt in der obersten Etage eines Gebäudes und verfügt meist über eine großzügige Terrasse.

Lofts sind meistens ehemalig gewerblich genutzte Räume, die zu großzügigen Wohnungen mit teilweise hohen Räumen umgebaut wurden und die oft im „Industriedesign“ verblieben sind.

Ein Apartment ist eine Kleinwohnung mit meist nur einem Zimmer sowie Bad und Kochnische und eher etwas für Singles.

Eine Einliegerwohnung befindet sich in größeren Einfamilienhäusern und besitzt einen separaten Eingang.

Unsere Empfehlung: Überlegen Sie, ob ein Zimmer mehr für Ihre Zukunftspläne wichtig sein könnte. Denn jeder Umzug ist mit erheblichem Aufwand und Kosten verbunden.

Wie bereite ich mich auf den Besichtigungstermin vor?

Meist sind Sie nicht der einzige Interessent für eine Wohnung und sollten sich entsprechend sorgfältig auf die Besichtigung vorbereiten. So können Sie beim Vermieter einen guten ersten Eindruck hinterlassen und alle wichtigen Fragen klären. Folgende Unterlagen empfehlen wir Ihnen mitzubringen:

  • Mieter-Selbstauskunft
  • Gehaltsnachweis
  • Vorvermieterbescheinigung
  • Schufa-Bonitätsauskunft
  • Aktuellen Personalausweis, Pass oder Aufenthaltsgenehmigung

Unsere Empfehlung: Wenn Sie mit einem gepflegten Erscheinungsbild und pünktlich und mit ein bisschen Höflichkeit zur Besichtigung erscheinen, dann ist das schon mal die halbe Miete.

Wie setzt sich die Miete zusammen?

Die Mietkosten setzen sich aus der Kaltmiete für die Wohnung und den Nebenkostenvorauszahlungen für z.B. Grundsteuer, Wasser, Abwasser, Heizung, Versicherungen und Hausmeister usw. zusammen.

Unsere Empfehlung: Beachten Sie, dass Zusatzkosten wie Telefon, Internet, Strom, GEZ meist nicht in der Miete enthalten sind.

Worauf muss ich im Mietvertrag auch noch achten?

Natürlich kann in einer Wohnung immer mal wieder etwas kaputt gehen. So müssen Sie Kleinreparaturen bis zu einer Höhe von 125 Euro je Reparatur selbst tragen, die jährlichen Kosten dürfen allerdings nicht mehr als sechs Prozent der Jahresbruttomiete betragen.

Für Sie als Mieter beträgt die Kündigungsfrist normalerweise drei Monate. Aber es gibt auch Mietverträge mit Sperrfristen, die beide Parteien dazu verpflichten, für einen bestimmten Zeitraum (höchstens vier Jahre) nicht vom Kündigungsrecht Gebrauch zu machen.

Seltener gibt es befristete Mietverträge, in denen die Dauer des Mietverhältnisses schon vor Beginn festgeschrieben wird. Insbesondere dann, wenn z.B. der Vermieter zu einem festen Termin Eigenbedarf anmelden möchte.

Unsere Empfehlung: Nehmen Sie sich Zeit, um den Mietvertrag genau zu prüfen und scheuen Sie nicht Fragen zu stellen.

Was bedeutet das Bestellerprinzip?

Das Bestellerprinzip sieht vor, dass Wohnungsvermittler von dem bezahlt werden, der die Leistung des Maklers bestellt. In der Regel ist das der Vermieter. Nur wenn der Interessent explizit einen Makler mit der Wohnungssuche beauftragt, muss er die Kosten hierfür tragen.

Was bewirkt die Mietpreisbremse?

Auch in Nordrhein Westfalen wurde zum 1. Juli 2015 die Mietpreisbremse eingeführt damit die Mieten nicht mehr so schnell steigen wie in den vergangenen Jahren. Davon betroffen sind vor allem die Städte entlang der Rheinschiene - unter anderem Köln, Düsseldorf und Bonn. Aber auch kleinere Städte im Speckgürtel sind dabei, etwa Erkrath, Leverkusen, Meerbusch, Neuss, Frechen, Hürth und Siegburg. Außerdem auch die Universitätsstädte Aachen, Bielefeld und Münster.

In den betreffenden Gemeinden darf die Miete bei Abschluss eines neuen Mietvertrags in einer Bestandswohnung nicht mehr als zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Diese Vergleichsmiete ergibt sich aus einfachen oder qualifizierten Mietspiegeln vor Ort. Der Preisdeckel gilt auch für Staffelmieten. Bei Indexmieten dagegen ist die vereinbarte Ausgangsmiete gedeckelt.

Es wurden drei Ausnahmen für Neubauten, umfassende Modernisierungen und bereits bestehende Miethöhen vorgesehen. Als Neubau gelten Wohnungen, die nach dem 1. Oktober 2014 erstmals vermietet worden sind. Hier gilt die Mietpreisbremse nicht. Als umfassend gilt eine Modernisierung, wenn mehr als ein Drittel der Mittel aufgewendet wurde, die ein vergleichbarer Neubau gekostet hätte. Eine Mieterhöhung nach solchen Umbauten über die Kappungsgrenze hinaus ist weiterhin erlaubt.

Ausgenommen sind auch bestehende Mietverträge. Liegt die Miete für eine Wohnung zum Zeitpunkt des Inkrafttretens bereits mehr als zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete, darf das auch in Zukunft so bleiben.

Unsere Empfehlung: Durch die Mietpreisbremse ist die Wohnungsnachfrage in den Zentren noch stärker gestiegen. Schauen Sie sich deshalb auch in den Vororten und im Umland nach geeigneten Wohnungen um.